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Psychiatrische Therapieverfahren

Therapieverfahren

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Mein Behandlungsangebot beinhaltet:

1. Erstanamnese, klärende und stützende Gespräche

Am Anfang der Behandlung steht das Gespräch, das neben der reinen Informationsvermittlung dem Vertrauensaufbau dient. Manchmal ist es für den Betroffenen hilfreich, wenn im Erstgespräch eine Vertrauensperson dabei ist. Natürlich ist es auch im Verlauf der Behandlung möglich, Paargespräche zu führen.

2. körperliche und neurologische Untersuchung

3. Einleitung diagnostischer Massnahmen in Zusammenarbeit mit den Kollegen der Gemeinschaftspraxis (Labor, Speziallabor, z. B. Hormonbestimmung, EKG, Bildgebung)

Zur Diagnosefindung sind neben ausführlichen Gesprächen die körperliche Untersuchung und bestimmte gängige Untersuchungsverfahren notwendig, um eine körperliche Ursache für die psychische Symptomatik auszuschliessen, bzw. zu erkennen und in die Behandlung miteinbeziehen zu können. So geht z. B. die Schilddrüsenunterfunktion häufig mit depressiven Symptomen einher. Unterzuckerung führt zu Verwirrtheitszuständen. Eine Schilddrüsenüberfunktion kann manische und Angstsymptome hervorrufen, um nur einige Beispiele zu nennen. Hier ist es natürlich vorrangig, die körperliche Ursache zunächst anzugehen. Es gibt auch Zustände, z. B. nach Herzinfarkt, nach Schlaganfall, bei Diab. mellitus, die gehäuft zusammen mit einer depressiven Episode auftreten. Dann sind sowohl die Behandlung der körperlichen wie der psychischen Störung wichtig. Bei Bestehen mehrerer Erkrankungen gilt besondere Vorsicht in Bezug auf Wechselwirkungen und Verträglichkeit von Medikamenten. Eine enge Zusammenarbeit und kollegialer Austausch unter den Ärzten der verschiedenen Fachrichtungen unserer Praxis bietet Ihnen diesbezüglich ein hohes Mass an Kompetenz und Sicherheit.

4. Krisenintervention bei akuten Problemen sowie Suizidalität

5. Indikationsstellung für ambulante Psychotherapie sowie Antragsstellung auf Psychotherapie

6. ggf. Indikationsstellung für stationäre Behandlung

7. Medikamentöse Behandlung

Bei vielen psychischen Erkrankungen können geeignete Medikamente Symptome lindern. Wichtig ist ein differenzierter Umgang mit Medikamenten. Art und Dosis müssen auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt sein. Das Motto sollte sein: Soviel Medikation wie nötig, so wenig wie möglich bei guter Verträglichkeit. Antidepressiva, Neuroleptika und Antidementiva machen nicht süchtig! Benzodiazepine/beruhigende/schlaffördernde Mittel können abhängig machen, wenn sie über einen zu langen Zeitraum oder unkontrolliert eingenommen werden. Bei schwerwiegenden psychischen Erkrankungen und in Krisensituationen sind sie jedoch oft sinnvoll, um den Patienten zu schützen und für Gespräche und konstruktive Schritte offen zu machen.

8. Psychotherapie/Verhaltenstherapie/kognitive Therapie

Die Verhaltenstherapie sieht Verhaltensstörungen als gelerntes Fehlverhalten. Zu den verhaltenstherapeutischen Methoden zählen u. a. Desensibilisierung (z. B. bei Ängsten), Selbstbehauptungstraining (bei Depression, Ängsten, Unsicherheit), operantes Konditionieren (z. B. bei chronisch Schizophrenen). Generell wird eine Verhaltensanalyse erarbeitet, wobei die Auslöser für bestimmtes problematisches Verhalten, Reaktionen und Konsequenzen zusammen mit dem Patienten erarbeitet werden. Durch Veränderungen der Konsequenzen soll es zu einer gewünschten Veränderung von problematischen Verhaltensweisen kommen. Kognitive Umstrukturierung, d. h. "eine andere Sichtweise der Dinge bekommen" ist ein weiterer Aspekt der kognitiven Therapie. Es wird davon ausgegangen, dass die Einstellung und Erwartungshaltung zu bestimmten Dingen eng mit Gefühlen und problematischen Verhaltensweisen verknüpft sind, so dass eine Änderung der Einstellung zur Verbesserung der psychischen Verfassung führen kann.

9. Entspannungsverfahren wie Autogenes Training und Progressive Muskelrelaxation nach Jakobson

Insbesondere bei leichten Angststörungen, somatoformen Störungen, Anspannung, Schmerzen, Schlafstörungen und Verspannungen sind Entspannungsverfahren indiziert. Nach mehrmaliger Anleitung und Einüben der Verfahren können diese später selbständig durch den Patienten eingesetzt werden. Ziel ist eine Stabilisierung des autonomen Nervensystems, Entspannung, Reduktion von Ängsten und Schmerzen. Auch als Einschlafhilfe können die Übungen genutzt werden.

 

10. Hypnose

Bei der Hypnose handelt es sich um ein suggestives Verfahren. Durch Fixieren z. B. eines Pendels wird ein schlafähnlicher bewusstseinseingeengter Zustand des Patienten hervorgerufen. Durch Suggestion werden ein Schwere- und Wärmegefühl erzeugt. In einem Zustand von besonderer Entspannung können durch kurze positiv formulierte Sätze gewünschte Behandlungsergebnisse erzielt werden. Hypnose eignet sich vor allem zur Angstreduktion, Schmerzdämpfung und, um bestimmte gewünschte Verhaltensänderungen zu unterstützen.


11. Akupunktur

Die Chinesische Medizin betrachtet den Menschen in seiner Gesamtheit. Ihr Anliegen ist es nicht nur heilend sondern auch lindernd und prophylaktisch zu wirken. Akupunktur kann helfen, wenn etwas im Körper gestört, sie kann jedoch nicht wiederherstellen, wenn etwas zerstört ist. So kann sie z. B. bei einem Knorpelschaden den Knorpel nicht wiederherstellen, aber damit einhergehende Schmerzen lindern. Akupunktur wirkt u. a. bei Schmerzen, Verspannungen, vegetativen Störungen wie Schlafstörungen, nervöser Unruhe, Erschöpfung; auch in der Suchtbehandlung kann Akupunktur helfen, Entzugssymptome zu lindern. Was exakt durch Nadelakupunktur im Körper passiert, ist noch nicht vollständig geklärt. Schritt für Schritt kann die Forschung uns mehr Informationen hierzu liefern. Mehrere Studien haben  bewiesen, dass spezifische Akupunkturpunkte spezielle Wirkungen, z. B. Linderung von Übelkeit, Schmerzen oder Förderung der Wehen haben. Die positive Wirkung durch Akupunkturnadeln wird darauf zurückgeführt, dass durch Nadelstimulation im Gehirn Botenstoffe freigesetzt werden, die als sogenannte Glücksstoffe fungieren. Somit erklärt sich die Reduktion von Schmerzen oder generell die heilende Wirkung.

Bei professioneller Anwendung von Akupunktur ist selten mit schwerwiegenden Nebenwirkungen zu rechnen. Um Infektionen zu vermeiden werden sterile Einmalnadeln verwendet. Durch die Nadeln können leichte Blutergüsse entstehen, es kann zu Erstverschlimmerung der Symptomatik ähnlich wie in der Homöopathie kommen, auch Kreislaufreaktionen können auftreten, weswegen in der Regel im Liegen behandelt wird. Bei der Körperakupunktur werden Akupunkturnadeln in bestimmte Körperregionen Millimeter bis Zentimeter tief gestochen, was aufgrund der sehr dünnen Nadeln kaum mit Schmerzen verbunden ist. In der chinesichen Medizin besteht die Vorstellung, dass die Akupunkturpunkte auf so genannten Meridianen liegen. Durch Stimulation bestimmter Punkte wird eine spezielle Form von Energie (Qi) in Fluss gebracht, wodurch Blockaden und Störungen behoben werden. Ergänzend zur Körperakupunktur kann die Ohrakupunktur eingesetzt werden, wobei mit besonders feinen Nadeln stimuliert wird. Insbesondere das seelische Befinden kann durch die Ohrakupunktur positiv beeinflusst werden. Bei akuten Störungen sind normalerweise weniger aber hochfrequentere Behandlungen notwendig und sinnvoll als bei chronischen Erkrankungen.